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Stefanie Bornstein-Windholzova (geb. Bornstein)

* 1891, Krakau

† 15.7.1939, Prag

Lehrerin, Fürsorgerin, Heilpädagogin, Psychoanalytikerin, Schwerpunkt psychoanalytische Pädagogik.

1924 Beginn der psychoanalytische Ausbildung in Berlin. 1930 Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft. 1934 Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung, Beteiligung am Aufbau der psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft in Prag, später deren Vorsitzende.

1897 Übersiedelung mit ihrer Familie nach Berlin, Schule, arbeitete bis 1933 Analytikerin, 1933 Emigration nach Prag/Wien.

 

Chronologie:

1891 in Krakau als Tochter der jüdischen Kaufmannsfamilie Getzel und Gisela (geb. Haber) Bornstein geboren.
1896 Geburt ihrer Schwester Berta Bornstein.
1897 Übersiedlung der Familie nach Berlin, Ausbildung zur Fürsorgerin und heilpädagogischen Lehrerin.
1924 Beginn der psychoanalytischen Ausbildung in Berlin gemeinsam mit ihrer Schwester Berta Bornsteein, Lehranalyse bei Josine Müller-Ebsen; Kontrollanalyse bei Karl Müller-Braunschweig.
1930-1933 Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft.
1930/1931Teilnahme an den Treffen der Pädagogischen Arbeitsgruppe (Leitung: Siegfried Bernfeld) in Berlin. Referat: "Die Psychologie des Erziehers".
Emigration Steff Bornsteins mit den Analytikerinnen Franziska Deri und Annie Reich nach Prag, Teilnahme an der Organisation der Prager Arbeitsgemeinschaft, die der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung angeschlossen war.
1933 Leitung des Anfängerseminars für Pädagogen.Gemeinsam mit Jeanne Lampl-de Groot Leitung des Fortgeschrittenenseminars in Wien, Teilnahme an der Prager Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft, Seminar- und Vortragstätigkeit (Kinderanalyse; Fragen der Erziehung und Entwicklungspsychologie).
1934 Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung.
1937 Referat bei der Vierländertagung in Budapest zum Thema Missverständnisse in der psychoanalytischen Pädagogik.
1936 Heirat mit dem tschechisch-jüdischen Psychoanalytiker Emanuel Windholz (emigrierte drei Jahre später in die USA), Erhalt der tschechischen Staatsbürgerschaft.
1939 Tod Stefanie Bornsteins am 15.7.1939 in Prag.

 

Nachruf
Steff Bornstein-Windholzovà
Steff Bornstein starb am 15. Juli 1939 in Praha an den Folgen eines Herzleidens. Bis zum Jahre 1933 war sie Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft, dann trat sie in die Wiener Psychoanalytische Vereinigung über und beteiligte sich hingebungsvoll am Aufbau der Psychoanalytickà Skupina in der Czechoslovakischen Republik; sie arbeitete aber auch sehr aktiv am kinderanalytischen Seminar des Wiener Instituts mit. Die folgenden ihrer Veröffentlichungen beweisen den hohen Stand ihres Wissens und ihrer Erfahrung: Zum Problem der narzißtischen Identifizierung (1930), Eine Kinderanalyse (1933), Das Märchen vom Dornröschen (1933) und ihr Referat zum Symposion „Revision der Psychoanalytischen Pädagogik“ bei der Budapester Vierländertagung (1937).
W. Hoffer

(IZP, XXIV, 1939 / 491)

 

Bibliografie:

Stefanie Bornstein Schriften:
Bornstein, Stefanie (1930): Zum Problem der narzißtischen Identifizierung. IZP 16, 400-416.
Bornstein, Stefanie (1931): Traueransprache zum Tod von Josine Ebsen. In: Eitingon, Max u.a.: Josine Müller zum Gedächtnis. Berlin, 22-26.
Bornstein, Stefanie (1933): Eine Kinderanalyse. Z psa. Päd. 7, 253-281.
Bornstein, Stefanie (1933): Ein Beitrag zur Psychoanalyse des Pädagogen. Z psa. Päd. 7, 314-321.
Bornstein, Stefanie (1933): Das Märchen von Dornröschen in psychoanalytischer Darstellung. Imago 19, 505-517.
Bornstein, Stefanie (1934): Unbewusstes der Eltern in der Erziehung der Kinder. Z psa. Päd. 8, 353-362; Reprint in: Bittner, Günther/Rehm, Willy (Hg.) (1964): Psychoanalyse und Erziehung.
Ausgewählte Beiträge aus der "Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik". Bern, Stuttgart, 75-85. 
Bornstein, Stefanie (1937): Mißverständnisse in der psychoanalytischen Pädagogik. Z psa. Päd. 11, 81-90; Reprint in: Bittner, Günther/Rehm, Willy (Hg.) (1964): Psychoanalyse und Erziehung.
Ausgewählte Beiträge aus der "Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik". Bern, Stuttgart.

Sekundärliteratur, Quellen:
Blumesberger, Susanne./Doppelhofer, M./Maute, G. (Hg.) (2002): Handbuch
österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft. 18.-20. Jahrhundert. München: K.G. Saur.
Fischer, René (1977): Psychoanalyse in der Tschechoslowakei. In: Eicke, D. (Hg.): Die Psychologie des 20.Jahrhunderts III. Freud und die Folgen (2). Zürich 1977, 119-121.
Fountain, Gerard (1972): Berta Bornstein - 1899-1971. Obituary. Psa. Quarterly 41, 609-610.
Hermanns, Ludger M.(1985): Gespräch mit Emanuel Windholz und Hildegard Berliner auf dem 34. IPAC in Hamburg 2.8.1985 (unveröffentlicht).
Hoffer, Wilhelm (1939): Nachruf Steff Bornstein-Windholzowa. IZP 24, 491.
Jeffrey, William (1991): The Prague Psychoanalytic Study Group 1933-1939. The American Psychoanalyst, 17-24.
Karpe, Richard (1934): Prager Brief. Z psa. Päd. 8, 274.
Kerbl, Brita (1992): Die weiblichen Mitglieder der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Biobibliographische Daten mit besonderer Berückichtigung der Emigration Diplomarbeit. Wien.it
Ludwig-Körner, Christiane (1999): Wiederentdeckt – Psychoanalytikerinnen in Berlin, Gießen 1998
Mühlleitner, Elke (1992): Biographisches Lexikon der Psychoanalyse. Die Mitglieder der Psychologischen Mittwoch-Gesellschaft und der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung 1902-1938. Tübingen: Edition diskord.
Mühlleitner, Elke (2000): Steff Bornstein, Otto Fenichel und die psychoanalytisch-pädagogische Ausbildung der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft v. C.S.R. Luzifer-Amor 13 (25).
Steff Bornstein-Windholzova. Obituary (1940). IJP 21, 116.   

Links:
http://www.psychoanalytikerinnen.de/index.html?oesterreich_biografien.htm
http://www.univie.ac.at/biografiA/daten/text/bio/Bornstein-Wildholzova_St

Text: Gabriela Wesenauer, 2008
Red: CD, 7.6.2010


 

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